Tierhalterrecht

Die Kanzlei Suckert & Collegen Rechtsanwälte München befaßt sich mit Haftungsfragen „rund um’s Tier“.

In einer großen Zahl deutscher Haushalte werden – zum Zeitvertreib – Tiere (zum Beispiel Hunde, Katzen, Pferde) gehalten. In ländlichen Bereichen vor allem dient die Tierhaltung häufig dem Lebensunterhalt (Kühe, Pferde, Hühner, Schafe, etc.). Auch zahlreiche Berufssparten (Stichwort: Zirkus) betreiben die Tierhaltung zum Zwecke des Lebensunterhaltes.

Die menschliche Vernunft ist dem Tier nicht gegeben. Es handelt instinktiv, weshalb der Mensch auf die Verhaltensweise des Tieres Einfluß nehmen muß, um eine Schadensverursachung durch das Tier zu vermeiden. Gelingt dies nicht, beziehungsweise unzureichend, so ergibt sich die Frage, wer für einen durch das Tier verursachten Schaden zu haften hat.

Nicht erst seit der „Kampfhundeproblematik“ sind derartige Sachverhalte häufig Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen.

Der Tierhalter ist grundsätzlich verpflichtet, alle Personen- und Sachschäden zu ersetzen, die sein Tier einem anderen Menschen zufügt.

Bei der Tierhalterhaftung handelt es sich um eine sogenannte Gefährdungshaftung, sodaß es ohne Bedeutung ist, ob der Tierhalter – durch sein Tun oder Unterlassen – schuldhaft gehandelt hat. Allerdings ist es entscheidend, daß sich die typische Tiergefahr (zum Beispiel Hundebiß, ausschlagendes, scheuendes, durchgehendes Pferd, etc.) verwirklicht hat.

Hat ein Nutztier, welches der Berufsausübung, Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters dient (zum Beispiel Kuh des Bauern, Pferd eines Reitstalles, Affe oder Papagei eines Drehorgelspielers, Blindenhund, Polizeihund) den Schaden verursacht, so gilt zunächst nichts anderes. Auch hier haftet der Tierhalter wegen vermuteten Verschuldens für den durch das Tier verursachten Schaden. Bei der Schadensverursachung durch ein Nutztier kann er seine Schuld allerdings – im Gegensatz zum Luxustier, das zum Zeitvertreib gehalten wird – dadurch widerlegen, daß er nachweist, daß

• er die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beim Umgang und der Haltung des Tieres beachtet hat oder alternativ
• der Schaden auch bei Einhaltung dieser Sorgfalt eingetreten wäre.

Die Abgrenzung, ob von einem Nutztier oder einem Luxustier auszugehen ist, ist in der Praxis häufig schwierig.

Nicht nur der Tierhalter, sondern auch der sogenannte Tierhüter oder Tieraufseher, das heißt derjenige, der für den Tierhalter vertraglich die Aufsicht über das Tier übernommen hat, kann unter Umständen für einen durch das Tier verursachten Schaden in Anspruch genommen werden.

Schwierigkeiten bei der Beurteilung der Rechtslage bestehen in der Praxis häufig darin, ob ein Vertrag geschlossen wurde oder ob eine reine Gefälligkeit vorliegt, welche eine derart schwerwiegende Haftungsfolge nicht eintreten läßt.

Nicht selten geht es auch um die Frage, welche Schadenersatzansprüche zwischen dem Tierhalter und dem Tierhüter gegenseitig entstehen können. Häufig, das heißt sofern nicht ein professioneller Tierhüter entgeltlich tätig wird (Stichwort: Hundepension, Katzenpension, Pferdeeinstellung), wird eine sogenannte Gefälligkeit vorliegen, im Rahmen derer der Tierhüter lediglich für Vorsatz (Absicht!) oder grobe Fahrlässigkeit haftet, während er bei leichter Fahrlässigkeit haftungsbefreit ist.

Die Probleme, die im Rahmen der Tierhalter- und der Tierhüterhaftung auftreten können, sind vielfältig, ihre Folgen können außerordentlich unerfreulich sein, weshalb wir raten, im Falle einer Anspruchstellung unverzüglich anwaltlichen Beistand eines hierfür qualifizierten Rechtsanwalts in Anspruch zu nehmen.

Die Kanzlei Suckert & Collegen Rechtsanwälte München steht Ihnen jederzeit und gerne zur Verfügung. Wir vertreten sowohl in Anspruch genommene Tierhalter und Tierhüter bei der Abwehr von Schadenersatzansprüchen, als auch durch Tiere geschädigte Personen bei der Geltendmachung ihrer Schadenersatzansprüche.

Sofern Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, übernehmen wir - für Sie kostenfrei - die vollständige Abwicklung und Abrechnung mit dieser.

Information - Suckert & Collegen

RA Birgit Blank - Suckert & Collegen

Frau Rechtsanwältin Blank ist für das Rechtsgebiet des Tierhalterrechts zuständig. Als passionierte Reiterin hat sie besondere Kenntnisse im Umgang mit Tieren sowie der spezifischen Tiergefahren.